Glaube geht auch in Schön.
Veröffentlicht am 02.10.2026 / 12:02
Gofi Müller über sein neues Buch „Wut, Liebe, Filmriss“
Wut, Liebe, Filmriss mit Gofi Müller
Jason spricht mit Gofi Müller über dessen neues Buch, das in Bremen und besonders in Huchting spielt. Im Mittelpunkt stehen die verschachtelte Erzählstruktur, das Schreiben aus gelebter Realität, KI-Beziehungen, Männlichkeit und die Frage, wie Geschichten überhaupt Sinn erzeugen.
Gofi Müller ist Künstler, Autor und Teil von Hossertalk. In diesem Gespräch gibt er einen sehr persönlichen und zugleich literarischen Einblick in sein Schreiben, seine Recherche und die Themen, die ihn gerade beschäftigen.
Key topics
Gofi Müller beschreibt sein neues Buch als Teil eines größeren Erzählkosmos, der mit früheren Büchern wie Tim Tom Guerilla und Huchting verbunden ist.
Die Geschichte arbeitet mit kurzen, mosaikartigen Episoden, die sich am Ende zu einem größeren Ganzen fügen.
Jason vergleicht die Struktur mit einem Film wie LA Crash, weil einzelne Stränge erst einmal unabhängig wirken und später zusammenlaufen.
Gofi erklärt seine Arbeitsweise: beobachten, Orte auf sich wirken lassen, Situationen im Schreiben innerlich noch einmal betreten und dann sprachlich verdichten.
Vieles im Buch basiert auf realen, teils absurden Geschichten aus Bremen und Umgebung, zum Beispiel dem angeschossenen Rocker, der in eine AOK-Geschäftsstelle flüchtete.
Ein zentraler Strang handelt von einer Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer KI und davon, wie real solche Bindungen heute schon sind.
Das Gespräch streift ethische Fragen rund um KI, emotionale Abhängigkeit, Bestätigung und die Gefahr, dass Bots für manche Menschen menschliche Beziehungen ersetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Männlichkeit: Hypermaskulinität, Täterrollen, Verletzlichkeit, Trennungserfahrungen und die Frage, wie Männer über sich selbst nachdenken.
Das Buch wird als literarisch, aber zugleich zugänglich beschrieben - mit Krimi-Elementen, gesellschaftlicher Tiefe und Humor.
Gofi betont mehrfach, dass gute Unterhaltung für ihn zentral bleibt, auch wenn das Buch zum Nachdenken anregt.
Timestamps
(00:00) Ein neues Format zwischen Book Club und Gespräch über ein Buch
(03:09) Bremen, Huchting und der größere Erzählkosmos
(05:08) Wut, Liebe, Filmriss und die spielerischen Verweise auf frühere Werke
(07:36) Warum kurze Texte für dieses Buch der richtige Weg waren
(09:02) Mosaikstruktur, Vielstimmigkeit und Social Media als Erzählbild
(11:23) Wie Gofi schreibt: beobachten, Orte fühlen, Situationen nacherleben
(14:14) Reale, absurde Geschichten aus Huchting als Stoff für Literatur
(17:51) Geschichten als Gesprächsanlass und der Konflikt um Zweck und Glauben
(22:04) Themen wie Krieg, Übergriffigkeit und die Perspektive des Täters
(24:29) Karikari, Konzert, Stummfilm und kulturelle Zufälle im Text
(27:34) Die KI-Liebesgeschichte um Sid und Samira
(30:36) Ethische Fragen, Bewusstsein und Bindung an KI
(34:56) Wenn KI in gefährliche Richtungen bestätigt
(38:43) Krimi-Elemente, Korruption und gesellschaftliche Realität
(41:18) Konstruktion, Dekonstruktion und die Frage: Was ist wirklich wirklich?
(48:14) Vorlesung der Pfefferspray-Kartuschen-Szene
(53:03) Männlichkeit, Verlust, Stereotype und gesellschaftlicher Druck
(59:23) Warum das Buch männliche Rollenbilder fein und humorvoll destabilisiert
(64:33) Hörbuch, Buchclub und kommende Lesungen