Glaube geht auch in Schön.
Veröffentlicht am 15.09.2026 / 06:00
Klimakrise, Rechtsruck, soziale Unsicherheit und eine neue Aufrüstung: Es bröckelt an vielen Stellen gleichzeitig. Aber was bedeutet es eigentlich, von einer „Polykrise“ zu sprechen? Welche Krisen werden politisch ausgerufen – und welche lieber kleingeredet? Und wie können wir hinschauen, ohne zu verzweifeln oder innerlich zu verhärten?
Nach ihrem Livegespräch auf dem Freakstock setzen Lasse, Jason und Benni die Diskussion fort. Sie sprechen über Privilegien und die Illusion, sich auf die Seite der Mächtigen retten zu können, über berechtigte Wut und ihre politische Umlenkung sowie über die Frage, wie wir uns auf kommende Krisen vorbereiten können, ohne auf Militarisierung, Abschottung und Stärke auf Kosten anderer zu setzen.
Dabei entdecken sie überraschend aktuelle Perspektiven in der biblischen Apokalyptik und in Jeremias Brief an die Menschen im Exil: Apokalypse bedeutet nicht Weltuntergang, sondern Enthüllung. Sie macht sichtbar, welche Gewalt längst in unseren Verhältnissen steckt – und wo mitten im Alten bereits etwas Neues entsteht.
Wie lässt sich also auf der Baustelle leben? Vielleicht, indem wir Gärten pflanzen, kühle und sichere Orte schaffen, miteinander trauern, Widerstand leisten und trotzdem feiern. Denn Resilienz bedeutet nicht, sich mit allem abzufinden. Es geht darum, eine dicke Haut zu entwickeln, ohne das weiche Herz zu verlieren – und gemeinsam kleine Utopien zu bauen, in denen ein anderes Leben schon jetzt erfahrbar wird.
Lasse Meininger ist Künstler, Sneaker-Designer in Gründung und angehender Tätowierer. Er bringt Gen-Z-Perspektiven, kreative Ideen und viel Offenheit für den eigenen Glaubensumbau mit. Lasse lebt in Leipzig und fragt danach, wie aus Hoffnung, Subkultur und Gemeinschaft konkrete Gegenentwürfe entstehen können.
Instagram: @lasse.99
Jason Liesendahl ist Gründer und Host von Schöner Glauben. Sein Schwerpunkt liegt auf progressiver Theologie, insbesondere der Prozesstheologie. Er glaubt an die Kraft guter Gespräche und daran, dass wir Banden brauchen, um solidarisch und widerständig leben zu können.
Instagram: @jason.liesendahl
Benni Isaak-Krauß verbindet Theologie, zivilgesellschaftliches Engagement und Aktivismus. Er arbeitet in der Mennonitengemeinde Frankfurt und bringt besonders Perspektiven aus Friedensethik, Antifaschismus und internationaler Solidarität ins Gespräch ein.
Instagram: @bennithehobbit
Kim Stanley Robinson: Das Ministerium für die Zukunft
Kommt in die Schöner-Glauben-App, tauscht euch über eure eigenen Utopien und Hoffnungsorte aus und vernetzt euch mit Menschen aus eurer Region. Vielleicht entstehen daraus kleine, resiliente Banden – Orte, an denen wir gemeinsam hinschauen, feiern und an einer anderen Zukunft bauen.